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Hollerich, ein Stadtteil im Wandel

Hollerich, ein Stadtteil im Wandel

Stadtteil Hollerich in Luxemburg

Hollerich liegt im Südwesten der Stadt Luxemburg und ist mit seiner hohen Bevölkerungsdichte eines der vier bevölkerungsreichsten Stadtteile der Hauptstadt.

Hollerich grenzt an das gehobene Viertel Belair, das historische Viertel Ville Haute, das sich entwickelnde Viertel Gasperich, Cessange sowie das eher traditionelle Viertel Merl.

Hollerich ist ein Stadtteil im Südwesten von Luxemburg-Stadt, der sich derzeit im Umbruch befindet.

Hollerich ist ein bunt gemischtes Viertel, das sich aus Wohnanlagen und Einfamilienhäusern sowie Geschäften und Verwaltungsgebäuden in der Nähe des Bahnhofsviertels zusammensetzt.

Einst geprägt von seiner industriellen und Arbeitervergangenheit, wandelt es sich nach und nach zu einem dynamischen Stadtteil, der moderne Wohnanlagen, Büros und kulturelle Einrichtungen vereint. Dank seiner zahlreichen Bars und Restaurants herrscht hier weiterhin reges Treiben. Durch die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zieht es eine junge und weltoffene Bevölkerung an. Allerdings befinden sich einige Bereiche des Stadtteils noch im Wandel, wobei Stadtentwicklungsprojekte darauf abzielen, seine Attraktivität zu steigern und die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern.

Bevölkerung im Stadtteil Hollerich

Stadtteil HollerichStadt Luxemburg
Einwohnerzahl zum 1. Januar 20267.751137.696
Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung71,50 %69,48 %
Von den Einwohnern vergebene Bewertung (auf einer Skala von 100) der Lebensqualität73,2177,84
Quelle: Stadt Luxemburg

Hollerich, ein Stadtteil mit industrieller Vergangenheit

Einst war Hollerich-Bonnevoie eine eigenständige Gemeinde, zu deren Gebiet auch der Bahnhof von Luxemburg gehörte. Der Stadtteil Hollerich wurde 1920 der Stadt Luxemburg angegliedert.

Juwelen der luxemburgischen Industrie

Hollerich ist ein Stadtteil mit einer starken Identität, die aus seiner industriellen Vergangenheit geprägt ist.

Die Brauerei Buchholz ließ sich dort bereits 1853 nieder. Im Jahr 1867 zog der Abriss der Festung Luxemburg neue Industriebetriebe an. Die „Kesselfabrik“, aus der später das Unternehmen Paul Wurth hervorging, ließ sich 1870 dort nieder.

Auch die luxemburgische Tabakmanufaktur von Joseph Heintz van Landewyck erlangte hier Ende des 19. Jahrhunderts ihre volle Blüte. Die ehemaligen Fayence-Fabriken von Villeroy & Boch befanden sich ebenfalls in Hollerich.

Schluechthaus, die Schlachthöfe der Stadt Luxemburg

Im Jahr 1902 wurde in der damals noch eigenständigen Gemeinde Hollerich ein Schlachthof, das Schluechthaus, errichtet. Nach der Schließung der Schlachthöfe in Pfaffenthal wurden sie 1928 erweitert und erstreckten sich fortan über eine Fläche von 2,5 Hektar. Der Schlachthof blieb bis 1997 in Betrieb und wurde anschließend zu einem eigenständigen Kulturort umgestaltet.

Seit ihrer Schließung entwickeln sich die Räumlichkeiten nach und nach zu einem Symbol der Street-Culture in der luxemburgischen Hauptstadt. Graffitikünstler und Skateboarder erobern das Gelände. „Graffiti-Jams“ bringen Künstler aus ganz Europa zusammen.

Doch nachdem das Viertel einst die Vorzeigeunternehmen der luxemburgischen Industrie beherbergt hatte, geriet es ins Stocken.

Die Umgestaltungsprojekte für das Hollerich-Viertel

In Luxemburg entstehen neue Projekte zur Umgestaltung des Stadtteils Hollerich.

Das Viertel „Nei Hollerich“: Umnutzung von Industriebrachen

Nach und nach weichen die ehemaligen Industriebrachen des Stadtteils Hollerich einem neuen, dynamischeren und kulturorientierten Stadtteil. Während der Wohnungsbau bis vor kurzem vernachlässigt wurde, soll das zukünftige Viertel „Nei Hollerich“ Wohnraum, Büros, Grünflächen, Restaurants und lokale Geschäfte miteinander verbinden. Dieses 21 Hektar große Viertel wird die ehemaligen Industriestandorte von Paul Wurth und die Tabakfabrik Heintz Van Landewyck wieder zum Leben erwecken.

„Nei Hollerich“ liegt zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Cloche d’Or und sieht den Bau von 2.200 Wohnungen vor, die ab 2028 Platz für 4.500 zusätzliche Einwohner bieten werden. Mehr als 5.000 Beschäftigte werden täglich die 390.000 m² großen Gewerbe- und Büroflächen nutzen. Außerdem entsteht ein neuer Park, der Parc Heintz van Landewyck.

Ein neuer Verkehrsknotenpunkt wird die Mobilität verbessern,da die Straßenbahn am ehemaligen Sitz der CNS an der Route d’Esch 125Halt machen wird.

Umweltfreundliches Projekt „Portes de Hollerich“

Ein groß angelegtes ökologisches Projekt namens „Hollerich Village“, das Gewerbe- und Einkaufsbereiche miteinander verbindet , soll in den kommenden Jahren entstehen.

Dieser Plan könnte dem Stadtteil somit wieder neues Leben einhauchen. Dieses Entwicklungsprojekt entlang der Bahnstrecke ist Teil des umfassenderen Projekts „Porte de Hollerich“. Es sieht die Ansiedlung von 6.000 zusätzlichen Einwohnern in 3.000 bis 4.000 neuen Wohnungen zwischen der Autobahn und dem Églide d’Hollerich vor.

Umnutzung des Geländes „Schluechthaus“

Diese am Ortseingang von Hollerich gelegenen ehemaligen Schlachthöfe sind ein wichtiger Ort der Begegnung zwischen den Generationen. Die Lage ist strategisch günstig, da das Gelände vom künftigen Öko-Stadtviertel „Portes de Hollerich“ und dem Schulcampus Geesseknäppchen umgeben ist .

Das Gelände des „Schluechthaus“ ist heute vollständig in das Leben der luxemburgischen Hauptstadt integriert. Freizeitangebote , Geschäfte und kulturelle Aktivitäten stehen dort ebenso im Vordergrund wie Grünflächen. Die alten Gebäude wurden erhalten und aufgewertet, da sie teilweise unter Denkmalschutz stehen.

Heute ist der Ort zu einem Ort der modernen Kultur umgestaltet worden. Die Saison beginnt bereits im März mit dem Season Opening, das die Vielfalt des Ortes in den Vordergrund rückt. Jeden Sonntag lädt der Creative Sunday alle über 15-Jährigen ein, an verschiedenen Workshops teilzunehmen.

Zum Komplex gehört ein Indoor-Park für Skateboard, Inlineskate und BMX in der Rue de l’Abattoir, der auch weiterhin bestehen bleiben soll.

Ein „Repair Café“ hat sich dort bereits niedergelassen. Beschädigte Gegenstände können so ein neues Leben erhalten. Darüber hinaus beleben regelmäßig punktuelle und interdisziplinäre Veranstaltungen den Ort

Straßenbahnanbindung von Hollerich bis 2033

Eine neue Straßenbahnlinie wird einen geplanten Verkehrsknotenpunkt an der Route d’Esch vom Hauptbahnhof Luxemburg aus mit dem neuen Stadtteil Nei Hollerich verbinden. Dieser Verkehrsknotenpunkt wird die Verbindungen zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln in Luxemburg erleichtern.

Diese Linie könnte später bis zu den „Portes de Hollerich“ verlängert werden und den P+R-Parkplatz Bouillon anfahren.

Hollerich, ein lebendiges und gut angebundenes Stadtviertel in Luxemburg

Ein Ort der Kultur und des Ausgehlebens in Luxemburg

Mit seiner Hauptstraße, der Rue Hollerich, ist das Viertel für seine zahlreichen Bars und Restaurants bekannt . Diese sind sowohl am Wochenende als auch unter der Woche gut besucht und ergänzen die kulturellen Einrichtungen des Viertels: den Konzertsaal „Den Atelier“ und das Kulturzentrum „Rue Emile Lavandier“.

Außerdem gibt es hier ein ausgezeichnetes Gourmetrestaurant, das „Ryôdô“, das für seine japanische Küche mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde.

Ein umfangreiches Bildungsangebot in Hollerich

In Hollerich befindet sich ein Teil des Sekundarschulkomplexes „Geesseknäppchen“. Dieser große Campus, der sich über die Stadtteile Merl und Hollerich erstreckt, beherbergt die folgenden luxemburgischen Sekundarschulen: das Athénée de Luxembourg, das Lycée Aline Mayrisch und das Lycée Michel Rodange. Außerdem beherbergt er die ISL (International School of Luxembourg) sowie die Handels- und Verwaltungsschule ECG und das Konservatorium von Luxemburg.

Der Campus verfügt zudem über Sportanlagen, darunter eine Leichtathletikbahn, mehrere Sporthallen, ein olympisches Schwimmbecken und einen Fußballplatz.

Eine luxemburgische Vorschule und Grundschule sind ebenfalls vor Ort vertreten, ebenso wie eine Kindertagesstätte.

Sie lieben zeitgenössische Kunst und möchten sich damit vertraut machen? Die Schule für zeitgenössische Kunst lädt Sie zu Kunstkursen ein.

Gute Verkehrsanbindung nach Hollerich

Das Viertel verfügt über eine hervorragende Anbindung an das Autobahnnetz. Der P+R-Parkplatz Bouillon bietet Autofahrern einen Zugang zur Stadt mit direktem Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr.

Das Viertel Hollerich ist mit 28 Bushaltestellen auf den Linien 4, 12, 15, 17, 24, 125, CN1 und CN3 sehr gut angebunden. Der Hauptbahnhof ist direkt erreichbar .

Außerdem gibt es mehrere „vel’OH!“-Stationen für Leihfahrräder.

Das Viertel wird ab 2033 an das Straßenbahnnetz angebunden sein.

Leben im Stadtteil Hollerich in Luxemburg

Was sollte man über Hollerich wissen?

Der Stadtteil Hollerich ist der zweitgrößte Stadtteil Luxemburgs. Nach dem Stadtteil Gare weist er den höchsten Anteil an Ausländern auf. Er ist sehr multikulturell und zieht eine junge Bevölkerung an, die von seinem Unterhaltungsangebot und den niedrigeren Preisen angezogen wird.

Da die Mieten in Hollerich günstiger sind als im benachbarten Stadtteil Belair, zieht es eine heterogene und multikulturelle Bevölkerung an .

Die Bevölkerung fordert jedoch eine geringere Durchlässigkeit des Viertels für den Durchgangsverkehr, um die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern.

Leben in Hollerich: Das Wichtigste auf einen Blick

✅ Die Stärken

  • Zentrales und lebhaftes Viertel, nahe am Stadtzentrum
  • Gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr
  • Mischung aus Alt- und Neubauwohnungen
  • Nähe zu Grünflächen und kulturellen Einrichtungen
  • Dynamische und urbane Atmosphäre

❌ Zu beachtende Punkte

  • Hohes Verkehrsaufkommen und möglicher Lärm
  • Teure und teilweise begrenzte Immobilien
  • Weniger geeignet für große Familien als manche Wohnviertel

Vergleichen Sie die verschiedenen Stadtteile von Luxemburg entsprechend Ihren Bedürfnissen

Immobilienpreise im Stadtteil Hollerich

Verkaufspreis pro m²Mietpreis pro m²
9.759 Euro28,80 Euro
Rückgang um 8,29 % im JahresvergleichRückgang um 4,16 % im Jahresvergleich
Vergleich mit der Stadt Luxemburg: 11.816 Euro/m²Vergleich mit der Stadt Luxemburg: 34,14 Euro/m²
Quelle: Immotop – Februar 2025

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Laurent Ollier

Laurent Ollier

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