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Vorbereitung auf Notfälle in Luxemburg: Leitfaden für die ersten 72 Stunden

Vorbereitung auf Notfälle in Luxemburg: Leitfaden für die ersten 72 Stunden

Was wäre, wenn ein Stromausfall, eine Überschwemmung oder ein anderer Notfall Ihren Alltag in Luxemburg mehrere Tage lang beeinträchtigen würde? Wie könnten Sie sich informieren, Ihre Angehörigen erreichen oder die Grundbedürfnisse Ihrer Familie sichern?

Im Oktober 2026 startete die luxemburgische Regierung die Kampagne „Lëtz prepare!“ und veröffentlichte ihren Leitfaden „Mein Leitfaden – 72 Stunden Selbstversorgung“. Das Ziel ist nicht, die Bevölkerung zu beunruhigen, sondern jedem zu ermöglichen, besser auf Ausnahmesituationen vorbereitet zu sein und zu wissen, wie man reagieren muss.

Für Neuankömmlinge und Auswanderer ist diese Vorbereitung besonders hilfreich. Wenn man die Rettungsdienste, Warnsysteme oder lokalen Hilfsangebote noch nicht gut kennt, können ein paar Anhaltspunkte einen echten Unterschied machen.

Hier finden Sie das Wichtigste, was Sie wissen müssen , um sich auf eine Krisensituation in Luxemburg vorzubereiten, Ihr Notfallset für 72 Stunden zusammenzustellen und Ihren persönlichen Notfallplan zu erstellen.

Wichtige Informationen zu „Mein Leitfaden – 72 Stunden Selbstversorgung“

  • 72 Stunden: empfohlene Selbstversorgungsdauer, um den Grundbedarf Ihres Haushalts in den ersten Tagen einer Krise zu decken.
  • 3 Liter Wasser pro Person und Tag: Mindestmenge, die Sie in Ihrem Vorrat vorsehen sollten.
  • 112: Notrufnummer der Rettungsdienste in Luxemburg.
  • 113: Notrufnummer der Großherzoglichen Polizei.
  • 2025: Start der nationalen Resilienzstrategie „Lëtz prepare!“.
  • 2026: Veröffentlichung des Regierungsleitfadens „Mein Leitfaden – 72 Stunden Selbstversorgung“.

Warum sollte man sich in Luxemburg auf Notfälle vorbereiten?

Luxemburg verfügt über eine moderne Infrastruktur und gut organisierte öffentliche Dienste. Dennoch ist das Land nicht vor Ereignissen gefeit, die den Alltag vorübergehend beeinträchtigen können: Unwetter, Überschwemmungen, Stromausfälle, technische Störungen oder Cyberangriffe.

Eine Krise kann sehr konkrete Auswirkungen auf unseren Alltag haben: Man kann keine Verkehrsmittel nutzen, nicht mit der Bankkarte bezahlen, nicht mit seinen Angehörigen kommunizieren oder sich nicht wie gewohnt versorgen.

Mit ihrer Nationalen Resilienzstrategie möchte die Regierung die Fähigkeit des Landes und seiner Einwohner stärken, solche Situationen zu antizipieren, deren Folgen zu begrenzen und schrittweise wieder zum normalen Alltag zurückzukehren.

Dieser Ansatz basiert auf einem einfachen Prinzip: Die Behörden organisieren den Schutz der Bevölkerung, während jeder Haushalt durch das Anlegen einiger Vorräte und das Wissen um die richtigen Verhaltensweisen zu seiner eigenen Sicherheit beitragen kann.

Krisenvorsorge: Wissenswertes für Ausländer

  • Die Krisenvorsorge betrifft alle Einwohner Luxemburgs, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit.
  • Die offiziellen LU-Alert-Warnmeldungen werden insbesondere auf Französisch, Deutsch und Englisch verbreitet.
  • Bestimmte Warnmeldungen können Sie direkt auf Ihr Handy erhalten, ohne sich vorher registrieren zu müssen.
  • Erstellen Sie einen Familienplan, wenn Sie weit von Ihrem Wohnort entfernt arbeiten oder wenn Ihre Kinder in einer anderen Gemeinde zur Schule gehen.
  • Bewahren Sie wichtige Kontaktdaten in Papierform auf, insbesondere die Ihrer im Ausland lebenden Angehörigen.
  • Vorbereitung bedeutet nicht, in Sorge zu leben: Es geht darum, einige grundlegende Bedürfnisse vorwegzunehmen.

Was sind die wichtigsten Risiken in Luxemburg und wie kann man sich darauf vorbereiten?

Nicht alle Risiken weisen die gleiche Wahrscheinlichkeit oder die gleichen Folgen auf. Der Leitfaden der Regierung nennt mehrere Situationen, die eine schnelle Reaktion oder eine vorübergehende Anpassung Ihres Alltags erfordern können.

Stürme, Starkregen, Schnee und Hitzewellen

Wetterereignisse können den Verkehr beeinträchtigen, bestimmte Infrastrukturen beschädigen oder Gesundheitsrisiken darstellen.

Wenn eine Wetterwarnung ausgegeben wird, informieren Sie sich über die offiziellen Vorhersagen auf MeteoLux und befolgen Sie die Empfehlungen der Behörden.

Je nach Situation kann es erforderlich sein, den Verkehr einzuschränken, windgefährdete Gegenstände zu sichern oder besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Hitze zu treffen.

Hochwasser: Überprüfen Sie die Risiken rund um Ihre Wohnung

Starke Niederschläge können Hochwasser und Überschwemmungen verursachen, insbesondere in Gebieten in der Nähe von Flüssen.

Wenn Sie gerade eine Wohnung in Luxemburg gemietet oder gekauft haben, kann es sinnvoll sein, deren Hochwasserrisiko auf dem Wasser-Geoportal zu überprüfen.

Informieren Sie sich bei Hochwasser auf inondations.lu und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Meiden Sie überflutete Straßen, Flussufer und gefährdete Kellerräume.

Stromausfälle und Unterbrechungen lebenswichtiger Versorgungsleistungen

Ein längerer Stromausfall kann Auswirkungen haben, die weit über Beleuchtung und Heizung hinausgehen. Auch Kommunikationsnetze, der Verkehr, elektronische Zahlungen, die Wasserversorgung oder bestimmte Geschäfte können beeinträchtigt werden.

Gerade um solche Situationen bewältigen zu können, empfiehlt die Regierung, für mindestens 72 Stunden über das Nötigste zu verfügen:

  • ein Radio, das ohne Hausstromversorgung funktioniert,
  • eine autonome Lampe,
  • einen Wasservorrat
  • leicht zu verzehrende Lebensmittel

können Ihnen insbesondere dabei helfen, eine gewisse Selbstversorgung aufrechtzuerhalten.

Cyberangriffe und digitale Störungen

Cyberangriffe können Privatpersonen, Unternehmen oder Behörden betreffen. Sie können zu Datendiebstahl, Betrug oder der Nichtverfügbarkeit bestimmter digitaler Dienste führen.

Um die Risiken zu verringern, sollten Sie sich gute Gewohnheiten aneignen:

  • einmalige Passwörter,
  • zweistufige Authentifizierung,
  • regelmäßige Updates,
  • Sicherung wichtiger Dokumente.

Wenn Sie eine verdächtige Nachricht erhalten, überprüfen Sie die Informationen direkt auf der offiziellen Website der betreffenden Organisation. Folgen Sie NIEMALS einem Link , den Sie per SMS oder E-Mail erhalten haben.

Industrieunfälle, nukleare Unfälle und Sicherheitsbedrohungen

Die Regierung berücksichtigt auch seltenere, aber potenziell schwerwiegende Ereignisse wie Industrieunfälle, nukleare Zwischenfälle oder Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit.

Die Anweisungen hängen dabei von der Art des Ereignisses ab: Schutzsuche, Bewegungsbeschränkungen, Evakuierung oder andere Schutzmaßnahmen.

Nehmen Sie im Falle eines nuklearen Alarms nicht eigenmächtig Jodtabletten ein: Die Einnahme muss gemäß den Anweisungen der Behörden erfolgen.

Informieren Sie sich in solchen Situationen über die offiziellen Empfehlungen, die auf Infocrise.lu veröffentlicht werden.

LU-Alert: Wie erhält man offizielle Warnmeldungen in Luxemburg?

Wenn ein Notfall eintritt, ist es unerlässlich, offizielle Informationen von Gerüchten oder unbestätigten Meldungen unterscheiden zu können.

Luxemburg verfügt über LU-Alert, ein nationales Warn- und Informationssystem, das es den Behörden ermöglicht, die Bevölkerung vor, während und – je nach den Umständen – nach einem gefährlichen Ereignis zu warnen.

Die verschiedenen Warnkanäle

Je nach Schwere und Art der Situation können die Behörden ihre Meldungen über mehrere sich ergänzende Kanäle verbreiten.

KanalFunktionsweiseWas Sie tun müssen
Standortbezogene SMSNachricht, die an Mobiltelefone in einem betroffenen Gebiet gesendet wird.Eine vorherige Registrierung ist nicht erforderlich.
Cell BroadcastVorrangige Benachrichtigung auf kompatiblen Mobiltelefonen.Überprüfen Sie die Kompatibilität und die Updates des Mobiltelefons.
LU-Alert-AppBenutzerdefinierbare Warnmeldungen und Informationen nach Gebiet und Kategorie.Installieren Sie die App und aktivieren Sie die Benachrichtigungen.
Offizielle Websites und MedienDetaillierte Informationen und aktuelle Entwicklungen.Rufen Sie LU-Alert und anerkannte Medien auf.
SirenenAkustische Warnsignale je nach den aktivierten Systemen.Begeben Sie sich in Sicherheit und beachten Sie die offiziellen Anweisungen.

Unser Tipp: Installieren Sie die LU-Alert-App gleich nach Ihrer Ankunft in Luxemburg. Sie können insbesondere die geografischen Gebiete auswählen, die für Sie von Interesse sind, zum Beispiel Ihre Wohngemeinde und die Gemeinde, in der sich Ihr Arbeitsplatz befindet.

Um die Warnmeldungen einzusehen und die Funktionsweise des Systems kennenzulernen: www.lu-alert.lu.

Die Alarmstufen in Luxemburg verstehen

Das LU-Alert-System unterscheidet je nach Schwere des Ereignisses mehrere Alarmstufen.

  • Gelb: Beobachten Sie die Entwicklung der Lage aufmerksam.
  • Orange: Seien Sie vorsichtig und treffen Sie die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen.
  • Rot: Absolute Wachsamkeit angesichts einer erheblichen Gefahr.
  • Violett: Unmittelbare Gefahr, die sofortiges Handeln erfordert.

Unabhängig von der Warnstufe gilt es vorrangig, die Anweisungen in der offiziellen Meldung zu befolgen.

Wie bleibt man ohne Internet und Strom auf dem Laufenden?

Bei erheblichen Störungen der Kommunikationsnetze kann das Radio zu einem unverzichtbaren Mittel werden, um Informationen der Behörden zu erhalten.

Der Leitfaden der Regierung empfiehlt insbesondere, ein batteriebetriebenes Radio bereitzuhalten , mit dem man nationale Sender wie RTL und Radio 100,7 empfangen kann .

Es ist außerdem hilfreich, sich im Voraus über die Informationskanäle Ihrer Gemeinde zu informieren.

Was unternehmen die luxemburgischen Behörden im Krisenfall?

Die individuelle Vorbereitung ersetzt natürlich nicht das Handeln der Behörden. Luxemburg verfügt über Krisenmanagementmechanismen, die je nach den Umständen die nationalen Behörden, die Gemeinden, die Rettungsdienste und die Betreiber kritischer Infrastrukturen mobilisieren.

Eine nationale Koordination zum Schutz der Bevölkerung

Wenn eine größere Krise dies erfordert, können die Behörden die entsprechenden Einsatzpläne aktivieren und einen Krisenstab einrichten.

Im im Leitfaden dargestellten Szenario eines allgemeinen Stromausfalls konzentrieren sich die Maßnahmen insbesondere auf die Bewertung der Störungen, die schrittweise Wiederherstellung des Netzes, den Schutz kritischer Infrastrukturen und die Information der Bevölkerung.

Die Rettungsdienste, die Großherzogliche Polizei und die anderen zuständigen Akteure werden entsprechend ihren jeweiligen Aufgaben eingesetzt.

Die Rolle der Gemeinden und der lokalen Solidarität

Auch die Gemeinden spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung undBetreuung der Einwohner.

Je nach Art und Ausmaß der Krise können lokale Maßnahmen organisiert werden, um die Bevölkerung zu informieren, schutzbedürftige Personen zu unterstützen oder vorübergehende Unterkünfte bereitzustellen.

Für Ausländer ist es daher besonders hilfreich, ihre Gemeinde, die kommunalen Kommunikationskanäle und einige Personen aus ihrer Nachbarschaft zu kennen.

Weitere Informationen zur Organisation der Sicherheit in Luxemburg finden Sie auf unserer Seite über die Großherzogliche Polizei und die Sicherheit.

Warum sollte man sich auf eine Selbstversorgung von 72 Stunden vorbereiten?

Eine Selbstversorgung für drei Tage bedeutet nicht, dass die Rettungskräfte systematisch drei Tage brauchen, um einzugreifen. Dieser Zeitraum dient als praktischer Richtwert, damit jeder Haushalt in der Anfangsphase einer Krise seinen Grundbedarf decken kann.

So können die Rettungsdienste ihre Einsätze auf die schwerwiegendsten Fälle und die Personen konzentrieren, die sofortige Hilfe benötigen.

Für eine Familie bedeutet dies in erster Linie, über Wasser, Lebensmittel, Informationsmöglichkeiten, Beleuchtung, Hygieneartikel und die für ihre besonderen Bedürfnisse erforderlichen Dinge zu verfügen.

Wie stellt man ein Notfallset für 72 Stunden zusammen?

Die gute Nachricht: Um ein Notfallset zusammenzustellen, müssen Sie Ihre Wohnung nicht in ein Lager verwandeln. Prüfen Sie zunächst, was Sie bereits besitzen, und ergänzen Sie dann nach und nach die fehlenden Gegenstände.

Das Notfallset muss auf die Anzahl der Personen in Ihrem Haushalt, deren Alter, Gesundheitszustand und spezifische Bedürfnisse abgestimmt sein.

Wasser und Lebensmittel: die wichtigsten Vorräte

Planen Sie mindestens 3 Liter Wasser pro Person und Tag ein, also 9 Liter für eine Person über 72 Stunden.

Ergänzen Sie diesen Vorrat mit unverderblichen Lebensmitteln, die leicht zu lagern und zu verzehren sind, und berücksichtigen Sie dabei die Essgewohnheiten und Bedürfnisse Ihrer Familie.

Vergessen Sie nicht die besonderen Bedürfnisse von Babys und Haustieren.

Beleuchtung, Information und Kommunikation

Sehen Sie eine batteriebetriebene Lampe, passende Batterien, ein Radio, das ohne Hausstrom funktioniert, und einen externen Akku für Ihr Handy vor .

Diese Ausrüstung ermöglicht es Ihnen, eine Mindestbeleuchtung aufrechtzuerhalten, offizielle Anweisungen zu befolgen und zu kommunizieren, solange die Netzwerke noch verfügbar sind.

Gesundheit, Hygiene und wichtige Dokumente

Ihr Notfallset sollte außerdem ein Erste-Hilfe-Set, unverzichtbare Hygieneartikel und die für Ihre Haushaltsmitglieder erforderlichen Medikamente entsprechend ihrem üblichen Bedarf enthalten.

Bewahren Sie eine Kopie Ihrer wichtigsten Dokumente in einer Schutzhülle auf: Ausweispapiere, Versicherungen, medizinische Kontaktdaten und andere nützliche Informationen.

Lesen Sie auch unsere Tipps zu Notfällen und Erster Hilfe in Luxemburg.

Checkliste: Ihr Notfallkit für 72 Stunden

  • Ein Trinkwasservorrat, der der Anzahl der Personen im Haushalt entspricht.
  • Nicht verderbliche und leicht zu verzehrende Lebensmittel.
  • Eine batteriebetriebene Lampe und Ersatzbatterien.
  • Ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio.
  • Ein aufgeladener externer Akku.
  • Der Jahreszeit entsprechende Decken und Kleidung.
  • Ein Erste-Hilfe-Kasten und die üblichen notwendigen Medikamente.
  • Unverzichtbare Hygieneartikel.
  • Kopien wichtiger Dokumente.
  • Eine Liste mit wichtigen Telefonnummern in Papierform und etwas Bargeld.
  • Spezielle Artikel für Kinder, pflegebedürftige Personen und Haustiere.

Zu erledigen: Überprüfen Sie Ihr Notfallset mindestens zweimal im Jahr, insbesondere die Verfallsdaten und den Zustand der Ausrüstung.

Um die vollständige Liste der Regierung zu erhalten, laden Sie die offizielle Checkliste „Lëtz prepare!“ herunter.

Erstellen Sie Ihren persönlichen Notfallplan in Luxemburg

Vorräte anzulegen ist ein erster Schritt. Aber wissen Sie, wie Sie sich organisieren sollen, wenn die Telefonnetze ausfallen, der öffentliche Nahverkehr unterbrochen ist oder sich Ihre Familie im Krisenfall an verschiedenen Orten befindet?

Genau das ist das Ziel des von der Regierung vorgeschlagenen persönlichen Notfallplans.

Legen Sie fest, wie Sie mit Ihren Angehörigen kommunizieren

Legen Sie fest, welche Personen benachrichtigt werden sollen, und bewahren Sie deren Kontaktdaten in Papierform auf. Wenn Ihre Familie in mehreren Ländern lebt, sehen Sie auch einen Ansprechpartner im Ausland vor.

Besprechen Sie gemeinsam, wie Sie kommunizieren wollen, falls Telefone oder das Internet nicht mehr normal funktionieren.

Planen Sie Wege und Treffpunkte

Legen Sie im Voraus fest, wo sich die Haushaltsmitglieder treffen können, falls die üblichen Wege nicht mehr möglich sind.

Diese Organisation ist besonders wichtig, wenn die Eltern in verschiedenen Gemeinden arbeiten oder die Kinder weit vom Wohnort entfernt zur Schule gehen.

Für Familien ist es hilfreich, die von den Schulen vorgesehenen Vorgehensweisen zu kennen und zu wissen, welche Personen befugt sind, die Kinder in Obhut zu nehmen.

Die Bedürfnisse schutzbedürftiger Personen vorhersehen

Wenn ein Familienmitglied besondere Unterstützung benötigt, berücksichtigen Sie diese Situation bei Ihren Vorbereitungen: Behandlungen, erforderliche Hilfsmittel, medizinische Ansprechpartner und Personen, die Hilfe leisten können.

Dies gilt insbesondere für ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und solche, deren Selbstständigkeit von regelmäßiger Betreuung abhängt.

Weitere Informationen zu Hilfs- und Betreuungsdiensten in Luxemburg finden Sie hier.

Bewahren Sie einen leicht zugänglichen Plan in Papierform auf

Sobald Ihr Plan fertiggestellt ist, bewahren Sie eine Papierversion an einem Ort auf, der allen Haushaltsmitgliedern bekannt ist.

Die Regierung stellt eine Vorlage zum Ausfüllen zur Verfügung, die die wesentlichen Informationen enthält, um Ihre Reaktion in einer Notsituation zu organisieren.

Laden Sie den offiziellen persönlichen Notfallplan „Lëtz prepare!“ herunter!

Wichtig in Krisensituationen

In Krisensituationen haben die Anweisungen der Behörden stets Vorrang vor Ihrer persönlichen Organisation. Je nach Ereignis kann es notwendig sein, im Schutzraum zu bleiben oder den Ort zu verlassen. Gehen Sie nicht spontan weg, ohne die offiziellen Anweisungen zu beachten.

Verwenden Sie in Wohnräumen niemals für den Außenbereich bestimmte Verbrennungsgeräte, insbesondere nicht zum Kochen oder Heizen. Diese bergen ein ernstes Risiko einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Die Notrufnummern 112 und 113 sind für Situationen vorbehalten, die tatsächlich den Einsatz von Rettungskräften oder der Polizei erfordern.

Wie bereitet man sich vor, wenn man gerade erst nach Luxemburg gezogen ist?

Ein Umzug ins Ausland bedeutet oft, sich neu orientieren zu müssen: neue Wohnung, neue Gewohnheiten, neue Ansprechpartner und manchmal eine geografisch weit entfernte Familie.

Um besser vorbereitet zu sein, beginnen Sie mit einigen einfachen Schritten:

  • Informieren Sie sich über die Informationskanäle Ihrer Gemeinde.
  • Installieren Sie LU-Alert und überprüfen Sie die Einstellungen Ihres Telefons.
  • Notieren Sie sich die luxemburgischen Notrufnummern.
  • Prüfen Sie, ob Ihre Wohnung in einem hochwassergefährdeten Gebiet liegt.
  • Bewahren Sie die Kontaktdaten Ihres Arztes und der Personen auf, die benachrichtigt werden sollen.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber, wie Sie sich verhalten sollen, falls die Kommunikationswege unterbrochen sind.
  • Lernen Sie einige Nachbarn kennen und finden Sie heraus, welche Personen möglicherweise Hilfe benötigen.

Diese Vorsichtsmaßnahmen helfen Ihnen, Ihre Umgebung besser kennenzulernen und erleichtern Ihnen gleichzeitig die Integration in das lokale Leben.

Häufige Fehler, die im Krisenfall vermieden werden sollten

  • Zu glauben, dass in Luxemburg keine Notsituation eintreten kann.
  • Sich ausschließlich auf das eigene Handy zu verlassen, um wichtige Kontaktdaten zu finden.
  • Erst bei einer Krise wichtige Güter zu kaufen.
  • Die besonderen Bedürfnisse von Kindern, schutzbedürftigen Personen oder Tieren zu vergessen.
  • Die Vorräte und Verfallsdaten niemals zu überprüfen.
  • Alarmierende Informationen weitergeben, ohne deren Herkunft zu überprüfen.
  • Persönliche Vorsorge mit dem Ersatz von Rettungsdiensten verwechseln.

Lëtz prepare!: Individuelle und kollektive Vorsorge

Resilienz beruht nicht nur auf materiellen Vorräten. Sie hängt auch von der Fähigkeit der Einwohner ab, sich zu informieren, zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu helfen.

Ein isolierter Nachbar, eine neu zugezogene Familie oder eine ältere Person benötigen möglicherweise besondere Unterstützung. Ohne sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen, kann jeder dazu beitragen, diese Solidarität in der Nachbarschaft zu stärken.

Zur Vorbereitung gehört auch das Erlernen von Erste-Hilfe-Maßnahmen oder das Engagement in Vereinen. Entdecken Sie insbesondere die Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement in Luxemburg.

FAQ: Vorbereitung auf Notfälle in Luxemburg

Warum empfiehlt die luxemburgische Regierung eine Selbstversorgung für 72 Stunden?

Dieser Zeitraum ermöglicht es einem Haushalt, seinen Grundbedarf während der ersten drei Tage einer Krise zu decken, wenn Dienstleistungen und Versorgungswege beeinträchtigt sein können und die Rettungskräfte sich vorrangig um die schutzbedürftigsten Personen kümmern müssen.

Wie erhält man Notfallwarnungen in Luxemburg?

Das LU-Alert-System verbreitet Informationen über verschiedene Kanäle, darunter standortbezogene SMS, Cell Broadcast, eine mobile App und die offizielle Website. Je nach Situation nutzen die Behörden zudem die Medien und andere Mittel.

Muss man sich registrieren, um LU-Alert-Warnmeldungen zu erhalten?

Nein, für standortbezogene SMS und Cell-Broadcast-Nachrichten auf kompatiblen Geräten ist keine Registrierung erforderlich. Um jedoch die speziellen Funktionen der LU-Alert-App nutzen zu können, muss diese heruntergeladen werden.

Wie viel Wasser sollte man für 72 Stunden einplanen?

Der Leitfaden der Regierung empfiehlt mindestens 3 Liter Wasser pro Person und Tag, also 9 Liter pro Person für drei Tage. Dieser Vorrat muss an die individuellen Bedürfnisse des Haushalts angepasst werden.

Wie kann man sich bei einem Strom- und Internetausfall informieren?

Mit einem batteriebetriebenen oder kurbelbetriebenen Radio können Sie offizielle Informationen auch dann verfolgen, wenn die digitalen Netzwerke gestört sind. Der Leitfaden der Regierung nennt insbesondere RTL und Radio 100,7.

Ist der Leitfaden „Lëtz prepare!“ in mehreren Sprachen verfügbar?

Ja. Die Regierung bietet den Leitfaden auf Französisch, Luxemburgisch, Deutsch, Englisch und Portugiesisch an. Die Checkliste und der persönliche Notfallplan sind ebenfalls in mehreren Sprachen auf dem offiziellen Portal verfügbar.

Wo kann man den offiziellen Leitfaden für die 72 Stunden in Luxemburg herunterladen?

Der Leitfaden, die Checkliste und der persönliche Notfallplan können kostenlos unter letzprepare.public.lu heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zum Krisenmanagement

Um Ihre Vorbereitung zu vervollständigen und mehr über die Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen in Luxemburg zu erfahren, finden Sie hier unsere weiteren praktischen Leitfäden:

Die richtige Vorgehensweise? Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um den offiziellen Leitfaden durchzulesen, zu prüfen, was Sie bereits haben, und mit Ihrer Familie zu besprechen, welche Vorkehrungen zu treffen sind. Ein paar Vorbereitungen heute können Ihren Alltag im Falle eines unvorhergesehenen Ereignisses erheblich erleichtern.

Françoise Tilly

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